Geschichte

Älteste Funde

Da einzig Sachfunde die vorgeschichtliche Zeit aufzuhellen vermögen, wurde mit der Entdeckung des steinzeitlichen Megalithengrabes im Jahr 1936 ein Geheimnis der Uezwiler Urgeschichte gelüftet. Das in der Eiertal-Eichtalweid (Eichenweid) liegende Grab gehört mutmassilich in die Zeit um 2500 v.Chr.
Ein weiterer Nachweis der Frühgeschichte ist die rätselhafte Steinsetzung im Tobel des Ritziholzes. Die merkwürdige Reihung der Steine konnte auch von wissenschaftlicher Seite her bis jetzt nicht gedeutet werden. Bekannt sind auch die in unmittelbarer Nähe liegenden Grabhügel des zu Sarmenstorf gehörenden Zigiholzes aus der Zeit 2000 v.Chr. Die in der Umgebung gefundenen römischen Ueberreste lassen eine damalige Besiedlung des Ortes vermuten.

Eine dörfliche Siedlung entsteht

Die Gründung der Ortschaft geht auf die Zeit um 500 zurück. Ihr ursprünglicher Name wird mit Utwyl, das heisst Wyl des Uli hergeleitet. Ueber verschiedene Schreibweisen hat sich der Name von Uotswile über Uetzwyl bis zur heutigen Form Uezwil verändert.

Der Beginn unserer geschriebenen Geschichte

Zur Zeit der Gründung des Klosters Muri im Jahre 1027 wurde der Name des Ritters Arnold von Utwile vermerkt. 1306 ist die Jahrzahl erster urkundlicher Erwähnung im Bremgartner Jahrzeitenbuch.

Kloster und Zehntenhaus

Schon mit seinem Namen erinnert das Zehntenhaus daran, dass die Uezwiler zehntenpflichtig waren. Das Kloster Einsiedeln hatte die Berechtigung, diese Abgaben einzuziehen. Der Heuzehnten aber ging an den Pfarrer von Sarmenstorf. Bodenzinse hingegen bezogen die Klöster Muri, Einsiedeln und Gnadenthal, ferner die Pfarreien von Sarmenstorf, Boswil und Bremgarten.

 

Andere Herren, bleibende Ansprüche

Im Jahr 1415 erorberten die Eidgenossen das bisher habsburgerische Freiamt. Die neuen Herren besteuerten die Dorfbewohner nicht weniger hart, als es vorher die Habsburger taten. So galt es weiterhin, jährlich pro Haushalt drei Pfund an Geld, ein Fastnachtshuhn und nach dem Ableben des Hausvorstehers das beste Kleid des Verstorbenen oder ein Stück Vieh abzugeben.
In dieser Zeit war der grosse Teil des Dorfes dem Landvogteiamt Freiamt zugehörig.

Strohflechterei

Im 18. Jahrhundern, den Anfängen der Strohindustrie, kam auch in Uezwil die Heimarbeit auf. Damit konnte die materielle Situation der Leute etwas verbessert werden, vermochte aber nicht eine grundlegende Aenderung der bisweilen ärmlichen Verhältnisse der Kleinbauern herbeizuführen.

Zugehörigkeit nach 1798

Der Untergang der alten Eidgenossenschaft brachte auch für Uezwil die Aufhebung der Untertanenschaft. So wurde der Ort dem zum neuen Kanton Baden zugehörenden Distrikt Sarmenstorf zugeteilt. Bei der Kantonsgründung von 1803 gelangte Uezwil zum eben geschaffenen Bezirk Bremgarten und zum Friedensrichterkreis Villmergen.

Die Gemeinde Uezwil

altes GemeindesiegelVon der Zeit an der Schwelle des 19. Jahrhunderts dokumentieren Protokolle aus dem Gemeindearchiv vom politischen Leben.
Gemäss eines Kantons- und Gemeindebeschlusses von 1945 wurde das alte Eichenlaub um Liktorenbündel und Freiheitshut darstellende Wappen durch ein modernes mit drei nach rechts gerichteten Pfeilspitzen gestaltetes Wappen ersetzt. Die Pfeile weisen auf den Kapellenpatron St. Sebastian hin.

 

 

Bürgergeschlechter

An Bürgergeschlechtern, die schon im Jahre 1800 in der Gemeinde vorkamen und heute noch im Heimatort ansässig sind, findet man: Koch, Meyer, Müller und Strebel.

Uezwiler Sage / Das Kegelspiel

In einer Lichtung, die verborgen im Buchenwald zwischen Uezwil und Kallern liegt, wuchs auf einem sechs Fuss breiten Streifen weder Gras noch sonst irgendein Kraut. Es sei die Kegelbahn des Wirtshauses, das früher hier gestanden habe, erzählten die Leute sich. Seit einer greulichen Missetat seien Gasthaus wie Kegelbahn spurlos verschwunden. Einzig die oede Stelle erinnere daran. Seit da spuke es um Mitternacht, huschten die Schatten der Spieler im Gebüsch, höre man das Rollen der Kugeln auf hölzerner Bahn, wüstes Gejohl und Lärm von streitenden Spielern, vermischt mit Klängen heiterer Tanzmusik. Eines Nachts sei ein Mann an dieser Stelle vorbeigekommen, wo ihn plötzlich ein gewaltiges Rauschen umgeben und eine geheime Macht ihn am Weitergehen gehindert habe. Lange habe er sich nicht von der Stelle rühren können. Nach schwerem Bangen habe er endlich mit dem Stock um sich geschlagen und gegen das Unheimliche angekämpft, was ihm denn auch gelungen sei. Sein geschwollener Kopf habe dies deutlich genug gezeigt. Wenn nun in den Nächten der Wind durch die Wipfel des Waldes fährt, ist es, als sei da noch immer das Kegelspiel, Gedröhn, wildes Geschrei und Tanzmusik.