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Wasser / Abwasser

Die Wasserversorgung von Uezwil

Brunnen
Der beliebte Brunnen beim Schulhaus

 

Wasser

Früher besass fast jeder Landwirtschaftsbetrieb in Uezwil eine eigene Quelle, die Hof und Brunnen mit Trinkwasser versorgte. Heute kaum mehr vorstellbar, dass jeder für seine ‚eigene’ Trinkwasserversorgung verantwortlich ist.

Im Laufe der Jahre wuchs mit dem Dorf auch der Bedarf an Trinkwasser. Zudem vermochte bei Brandfällen der Hinterbach als alleiniger Löschwasser-Lieferant nicht mehr zu genügen.

Heute versorgt ein weitverzweigtes Trinkwassernetz sämtliche Haushalte mit frischem Trinkwasser ab dem Reservoir Oberholz. Private Quellen mit Brunnen sind nur noch eine Hand voll in Betrieb. Je ein öffentlicher Brunnen steht beim Waldhaus und auf dem Schulhausplatz. Verteilt im ganzen Dorf, sorgen 34 Hydranten für eine ausreichende Löschwasserversorgung im Brandfall.

ältere Leitungen wurden aus Guss-Rohren erstellt (zuerst aus Grau-Guss, später aus Duktil-Guss). Diese sind jedoch - insbesondere beim in Uezwil vorherrschenden Lehmboden - anfällig auf Korrosion. So hat die Wasserversorgung jedes Jahr Wasserleitungsbrüche zu verzeichnen. Im Rahmen des geplanten Ausbaus der Kantonsstrasse ist vorgesehen, die ältesten Leitungsabschnitte im Bereich Mitteldorf bis Letten zu ersetzen.

Neue Leitungen werden aus Kunststoffrohren (PE) erstellt. Diese sind leicht, einfacher zu verlegen und Korrosion sowie Rostwasser sind kein Thema mehr.

Wasserversorgung
Neuer Wassertransport im Untergrund von Uezwil


Reservoir Oberholz

Im Jahr 1993 baute die Einwohnergemeinde Uezwil im Waldgebiet Oberholz auf 602.00 m.ü.M. ein neues Trinkwasser-Reservoir. Dessen 2 Kammern fassen zusammen 300 m3 Wasser. Davon sind als Löschwasserreserve ständig 150 m3 für einen allfälligen Brandfall blockiert.

Der Trinkwasserspeicher wird von 3 Quellen gespeist. Im Normalfall reicht deren Ertrag aus. Bei extremer Trockenheit (wie z.B. im Sommer 2003) kann bei Bedarf Wasser der Industriellen Betriebe Wohlen ab deren Quellfassung Oberniesenberg ins Reservoir eingespeist werden.

Um absolute Keimfreiheit zu gewährleisten, wird sämtliches einfliessendes Wasser mittels UV-Anlage vorbehandelt. Zudem werden beide Kammern jährlich geleert und gründlich gereinigt.

Das Reservoir Oberholz kann über Fernsteuerung ab Betriebswarte im Gemeindehaus überwacht und bedient werden.

>> Ansprechpartner

Unser Brunnenmeister Peter Koch ist erste Anlaufstelle für alle Fragen rund ums Trinkwasser in unserer Gemeinde.

Bitte melden Sie ihm auch besondere Wahrnehmungen. z.B. andauernde und laute Fliessgeräusche im Bereich Wasseruhr/Hausanschluss. Diese könnten, besonders nachts festgestellt, Hinweis auf ein Leitungsleck oder einen Wasserleitungsbruch sein.


Abwasser

Das Kanalisationssystem der Gemeinde Uezwil entwässert ca. 130 Liegenschaften mit einem Leitungsnetz von 4.5 km Gesamtlänge über 126 Kontrollschächte.

Hinzu kommen verschiedenste Sauberwasserleitungen (Meteor- und Drainage-Leitungen.)

Im Teil-Trennsystem (separate Leitungen für verschmutztes und unverschmutztes Abwasser) werden die Quartiere Schulhausstrasse, Sarmenstorferstrasse, Waagstrasse, Bachweg und Bodenacker entwässert. Die restlichen Abschnitte werden als Mischwasserkanalisation geführt.

Im Gebiet Grossmatt befindet sich ein Fangkanal mit Regenwasserentlastung. Er vermag bei starken Niederschlägen eine erste Schmutzfracht von rund 100 m3 verschmutztem Regenwasser aufzufangen und gedrosselt Richtung Büttikon abzuleiten. Bei länger andauernden Regenfällen wird nachfolgendes Wasser über eine überfallkante in den Bach geleitet. Als weitere Massnahme wurde gemeinsam mit der Gemeinde Büttikon das Regen-Rückhaltebecken Rebacher erstellt. Es reguliert die Abwassermengen beider Gemeinden und drosselt den Abfluss in Richtung ARA Wohlen.

Abwasser
ARA "Im Blettler", Wohlen


Genereller Entwässerungsplan (GEP)

In den Jahren 2002-2006 wurde der Generelle Entwässerungsplan (GEP) der Gemeinde Uezwil ausgearbeitet. Er bildet ein wichtiges und umfangreiches Planungs- und Arbeitsinstrument, der die Leitlinien für den Unterhalt, die Instandsetzung/Sanierung und den weiteren Ausbau unseres gesamten Abwassernetzes setzt. Im Rahmen der Zustandsaufnahme aller Leitungen und Schächte wurden verschiedene Mängel entdeckt. Die Arbeiten zur Instandsetzung all dieser Schadstellen sind im Gang.

Eine grosse Anstrengung bildet dabei die Eliminierung von Fremdwasser (Sauberwasser)in der Mischwasserkanalisation. Dachwasser, sowie Sauberwasser aus Brunnen und Sickerleitungen belasten unsere Kläranlagen unnötigerweise. Deshalb muss alles unternommen werden, um solche Fremdwasserquellen aufzuspüren und zu beseitigen. In einem ersten Schritt wird die Sanierung von bekannten Fremdwasserzuflüssen im Mitteldorf und Hinterdorf angegangen. In einem weiteren Schritt wird die Erweiterung des Trennsystems auf die Gebiete Hinterdorf, Oberdorf und Rainmatt/Letten/Grossmatt ins Auge gefasst werden müssen. Künftige Baulanderschliessungen werden nur noch im Trennsystem ausgeführt.

Da der Untergrund im gesamten Gemeindegebiet schlechte bis gar keine Versickerungsmöglichkeiten bietet, muss das unverschmutzte Abwasser über Retentionsmassnahmen (Weiher, Mulden, Biotope etc.) in Oberflächengewässer geleitet werden. Solche Retentionsmassnahmen dienen zur Drosselung (Brechen der Hochwasserspitze) und zum Temperaturausgleich des Regenwassers. (Ein plötzliches Sommer-Gewitter auf heisse Strassen und Dächer kann einen massiven Temperaturanstieg im Bach bewirken, und so insbesondere bei Niedrigwasser Schaden anrichten.)

Eine weitere grössere Investition bildet der Einbau eines Schwemmstoffrückhaltes im Fangkanal Grossmatt. Dieser wird zukünftig bei Starkregen eine Bachverschmutzung durch Schwemmmaterial und im Abwasser mitgeführte Fremdstoffe verhindern.

Für die Umsetzung all dieser GEP-Massnahmen genehmigte die Einwohner-Gemeindeversammlung am 19.11.2004 einen Kredit von Fr. 400'000.--.